Domaine des Espérances


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Jahresbericht 2006

Weingut



Wetter
Das herausragende Ereignis des Jahres war der Schneefall vom 28. Januar gefolgt von Regen am 29. und
anschliessendem Frost. In unseren Wäldern entstanden dadurch sehr viel Holzschäden an Pinien, Zypressen, Eichen und Mandelbäumen. Der Frühling war trocken, gefolgt von einem sehr schönen und warmen Sommer. Auch der August war warm mit Nachttemperaturen von unter 20° C, was für die Traubenreife sehr gut ist. Erst am 25. August gab es ein bisschen Regen. Zu Beginn der Ernte wurden uns am 12. und 13. September heftige Gewitterregen beschert. Der Herbst war immer noch warm, teilweise trüb und mit hohen Luftfeuchtigkeiten, doch ohne richtige Regenfälle bis Mitte Dezember. Die Weihnachtstage und schon die Woche davor waren gekennzeichnet durch sehr kaltes, aber schönes Tramontanwetter
d.h., dass die schon tiefen Temperaturen um 0° C und teilweise darunter noch kälter empfunden wurden. Im Traktoranhänger neben dem Hangar gefror das Wasser dabei zu einer Dicke von 6 cm.
Am 1. April sähten wir im Garten Radieschen und Salat und steckten Kartoffeln, die Hauptbepflanzung mit Tomaten, Auberginen, Zucchetti, Kürbis, Melonen, Peperoni und Bohnen nahmen wir jedoch erst am 14. Mai vor. Mitte April begann auch das Ausbrechen von nicht gewollten Trieben an den Reben, gefolgt von Laubarbeiten, einordnen und teilweise abschneiden von Ästen bis zum Abschneiden der unerwünschten Amerikaner-Äste aus dem Wurzelbereich der alten Reben im Juli.

Das Spritzen der Reben gegen Mehltau erfolgte dieses Jahr in 6 Durchgängen mit Schwefel und mit verdünnter Brennesselbrühe. Kupferspritzungen gegen falschen Mehltau waren nicht nötig. Im Juli/August beschäftigten wir uns noch mit dem Herausschneiden von grünen und z.T. auch von einzelnen mehltaubefallenen Trauben. Die Ernte begann früh. Bereits am 6. bis zum 8. September wurden die blauen Grenache-Trauben geerntet, gefolgt am 9. von den Cinsault- für
den Rosé und den weissen Grenache-Trauben am 12. September. Die erste richtige Ernte der Syrah-Trauben (von uns gepflanzt 03/2002) erfolgte am 16. und 17. September, unterbrochen am Samstag-Nachmittag durch Regen. Ab 18. ernteten wir dann auf Hochtouren mit unseren treuen (und z.T. neuen) Schweizer-Erntehelfern bis am 27. der
letzte Wagen voll an die Cave-Cooperative gebracht wurde. Im ganzenwurden für unseren eigenen Keller 14,4 Tonnen und für die Cave-Cooperative 17 Tonnen Trauben geerntet. Die Öchslegrade lagen sehr hoch, durchwegs über 100 ausser beim Mourvèdre, der mit ca. 80 nach unten ausschlug. Als Herbstarbeiten in den Reben sind zu erwähnen: der erste EM-Versuch, das Anhäufeln von Erde gegen die Rebreihen sowie der Beginn des Winterschnitts ab Mitte November.
Für die Leser, welche noch nicht in unserer Internet-Seite „Aktuelles“ den Abschnitt über EM gelesen haben, hier die Erklärung:


Reben / übrige Vegetation
Im Vorfrühling war die Natur noch sehr im Rückstand, die Mandelbäume und die Zwerg-Iris blühten 3 bis 4 Wochen später als üblich. Dann wurde der Rückstand rasch aufgeholt. Am 1. April trieben die Knospen an den Rebstöcken schon ganz schön und am 6. kamen bereits die ersten Blättchen zum Vorschein. Am 11./12. März pflanzten wir 4150 Grenache-Pflänzlein, davon 2000 weisse und der Rest blaue. Das Feld befindet sich auf ca. 190 m über Meer. Wir haben es Alouette (Lerche) getauft. Um die Pflanzrechte voll auszunützen, pflanzten wir am 10. April nochmals 550 Grenache
noir (blau) im Geai (Eichelhäher) auf ca. 140 m.
EM-Einsatz in den Reben Seit Menschengedenken helfen uns Mikroorganismen zur Herstellung von Käse, Joghurt, Brot, Bier, Sauerkraut und anderer fermentierter Nahrung wie auch zur Gärung von Wein. EM steht für „effektive Mikroorganismen“. Sie wurden von Dr. Teruo Higa, Professor für Gartenbau an der Ryukyus-Universität in Ikonawa (Japan) entdeckt. Im EM eben über 80 verschiedene Arten von aeroben und anaeroben Mikroorganismen in einem Gleichgewicht zusammen, bei dem die einen von den Stoffwechselausscheidungen der anderen leben. Hefen, Milchsäurebakterien und Photosynthesebakterien bilden die grössten Gruppen in EM. Die perfekte Symbiose der Effektiven Mikroorganismen erzeugt starke regenerative Kräfte, die in unterschiedlichen Milieus z.T.
ganz überraschende Wirkungen entwickeln. Durch den Einsatz von EM soll bei der Kultivierung von Nutzpflanzen (z.B. Weinreben) eine Anregung des Bodenlebens und dadurch eine verbesserte Bioverfügbarkeit von Nährstoffen und eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Pflanzen erzielt werden. Im Oktober 2006 haben wir mit einem Versuch begonnen, in welchem wir über eine Zeitdauer von ca. 3 Jahren die Wirkung von EM in den Rebfeldern beobachten wollen (Neupflanzungen und alte Reben). Mit dem angepassten Spritzapparat wird die Mischung von EMA, EMKeramikpulver
und Steinmehl auf den Boden gespritzt. Pflugscharen kehren danach ca. 3 – 6 cm Erde gegen die Rebreihen und decken
damit die Mikroorganismen etwas zu


Keller / Wein
Der Jahrgang 2005 liess sich teilweise viel Zeit zum Reifen. So kam der Roséwein RHO erst Mitte Juni in die Schweiz. Gleichzeitig wurden zwei Paletten mit 3-Liter BIB (Bag in Box) importiert. Wer es noch nicht weiss: dabei handelt es sich um einen Rotwein aus 100%Carignan-Trauben. Ein BIB zu 3 Liter wird für Fr. 19.-- verkauft mit der Idee: jeden Tag ein Glas Rotwein zum Essen. Bei einem Teil unserer Kunden und Genossenschafter ist die Idee gut angekommen. Schweizer Weinhändler hingegen reagieren völlig negativ. So werden wir wohl den Rest zu einem Ausverkaufspreis abgeben.
Unser Weisswein BETA benötigte noch das ganze Jahr 2006 um abfüll- und verkaufsbereit zu werden. Er wird voraussichtlich im Februar 2007 zusammen mit dem RHO 2006, dem ALPHA 2005 und GAMMA 2005 in die Schweiz gelangen.Unser neuer Rotwein GAMMA wird also bald bereit sein, gekauft und genossen zu werden. Er zeigt im Glas ein dunkles Kirschrot, intensives Bukett nach reifen roten Beeren mit würziger Note, gut strukturiert mit noch jugendlichem Gerbstoff. Wie der ALPHA eignet er sich sehr gut zum Lagern (6 bis 8 Jahre), wobei er immer besser wird. Beide,
ALPHA und GAMMA, wurden am 13. September bei heftigen Gewittern bei uns abgefüllt und reifen seither in der Flasche
weiter.
Insgesamt 105 Hektoliter Wein aus der diesjährigen Ernte sind jetzt in
den Inox-Tanks. Die Qualität ist vielversprechend!


Verschiedenes
Am 2. September waren wir als Gäste auf dem Wochenmarkt in Langenthal BE zu einem Marktapero eingeladen. Wir präsentierten unsere Weine auf dem ersten Stand direkt neben dem Stand des Emmentaler Weltmeisters Wüthrich aus dem Emmental, welcher ebenfalls eingeladen war und seinen erstklassigen Käse zur Degustation und zum Kauf anbot.
Wir bemühen uns laufend, neue Kunden für unsere Weine zu finden, da die Menge jetzt von Jahr zu Jahr zunimmt. So haben wir für nächstes Jahr bereits geplant in Deutschland Händler zu finden, welche dort unsere Weine anbieten werden. Zu diesem Zweck werden Chantal und Franziska am 7. Mai 2007 in Düsseldorf an einer Präsentation von französischen
mediterranen Produkten teilnehmen. Wer über Wein noch mehr lernen möchte, kann an Weinseminaren teilnehmen, so
z.B. organisiert von Ernestopauli (www.ernestopauli.ch) in Zürich. Dort wird neuerdings unser ALPHA präsentiert. Am
3. November 2007 wird ein spezielles Languedoc-Sminar angeboten, wobei der Winzer Balz Marty (das bin ich) über
Reben und Weine dieser Gegend erzählen wird und wiederum unsere Weine vorgestellt werden. Für Ideen aus unserem Genossenschafter- und Kundenkreis sind wir dankbar. Wir wissen, dass die beste Werbung die Weiterempfehlung
durch unsere Kunden ist!



Dank / Wünsche
Zum Schluss möchten wir allen unseren Freunden herzlich danken, den Genossenschaftern, den Erntehelfern, den Weingeniessern und allen, die an uns denken! Für das beginnende neue Jahr 2007 wünschen wir alles Gute, viel Glück und Freude und vor allem eine eiserne Gesundheit.

Ihre Winzer-Familie Marty







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